Die Kupplungserprobung - eine lange spannende Geschichte

Wohl kaum ein Eisenbahnbauteil hat vor seiner Einführung eine solch umfangreiche Erprobung erfahren, wie die automatische Mittelpufferkupplung.


Die Gründe für diese kostspielige Tatsache waren vielfältig:


Nachdem es bis 1963 getrennte Entwicklungen bei den großen Eisenbahnverbänden OSShD (Ost) und UIC (West) gab, wurde darauf folgend eine angepasste Kupplung entwickelt, welche in all ihren Wirkungskombinationen, auch mit der russischen SA3 - Kupplung umfassend erprobt werden musste.

Weitere Probleme entstanden in diesen Jahren, durch die Fakten des 'Kalten Krieges'. Misstrauen in die Absichten der 'anderen Seite' machten die Erprobungen und deren Interpretation oft von politischen, taktischen und patentrechtlichen Erwägungen abhängig. Es ist dem Geschick der Techniker und der Verhandlungsführer zu verdanken, dass trotz dieser widrigen Bedingungen in einer relativ kurzen Zeit eine ausgereifte, für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden wurde.

Der gesamte Versuchskomplex könnte wie folgt gegliedert werden:

Versuche auf stationären Prüfständen: Versuche im Zugverband und mit Einzelwagen Spezielle Versuche

Mit dem Abschluss der Erprobungen der angepassten automatischen Kupplung um 1970 war eine neue Kupplung für die europäischen Eisenbahnen entstanden, die alle technischen und betrieblichen Forderung der Eisenbahnen erfüllte, die als technisch ausgereift betrachtet werden konnte, die auch unter schweren winterliche Bedingungen funktionierte und für die nach zahlreichen Probeserien komplette Fertigungstechnologien verfügbar waren.

Auf der OSShD-Seite wurden bis auf Zuglauferprobungen alle Untersuchungen in der Versuchsanlage in Schlauroth bei Görlitz (Sachsen) durchgeführt. Für die zahlreichen Reifmachungsuntersuchungen war die räumliche Nähe des Entwicklungsbüros für die Automatische Kupplung im damaligen Waggonbau Bautzen von großem Vorteil. Auf der UIC-Seite sind insbesondere die Versuchseinrichtungen in Minden und bei der Knorr-Bremse in München tätig gewesen.



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