Die Vorbereitung der Großserienfertigung

Allgemeines

Von Anfang an war klar, dass die konstruktive Auslegung aller Bestandteile des Kupplungssystems den Anforderungen an eine rationelle Großserienfertigung entsprechen muss. Naturgemäß stand in der ersten Entwicklungsperiode die Absicherung der Funktionsfähigkeit an erster Stelle. Schon in dieser frühen Phase der Entwicklung wurden die Konstruktionen immer auf die Realisierungsmöglichkeiten unter Großserienbedingung entwickelt und beurteilt.

In der Gegenüberstellung zu heute verfügbaren Technologien ist beachtenswert, dass es damals keine praktisch einsetzbare Industrierobotertechnik gab, die Anwendung der Mikroelektronik noch in den Babyschuhen steckte und die globale Zusammenarbeit erst in Ansätzen vorhanden war.

Diese Gegebenheiten hatten natürlich ihre Auswirkungen auf Konstruktion und Technologie.

Und doch gab es schon damals Konstrukteure mit Weitblick auf veränderte Fertigungsmöglichkeiten. Ein prägnantes Beispiel dazu ist die Entwicklung eines Kupplungskörpers und des Leitungsgehäuses in geschweißter Ausführung Ende der 60er Jahre - angeregt durch eine Pionierentwicklung in Frankreich.

Bislang schien es keine Alternative zu einem Kupplungskörper aus Stahlguss zu geben. Insbesondere von russischen Kupplungsspezialisten wurde eine geschweißte Konstruktion ins Reich der Fabel verwiesen. Es war unvorstellbar, dass eine solche Konstruktion in der Kälte Sibiriens den Auflaufstößen gewachsen sein konnte.

In einem Team, zusammengesetzt aus den findigsten Konstrukteuren, Technologen und Ökonomen wurde in unvorstellbar wenigen Wochen eine Konstruktion entwickelt, die aus verschweißten Guss- und mechanisch bearbeiteten Teilen bestand. Von dieser Konstruktion wurde nachfolgend eine Kleinserie gefertigt, und erfolgreich, auch in Sibirien, erprobt.

Damit wurde der Weg frei, mit Schweißautomaten, heute Roboter genannt, auf ökonomischem Weg das Hauptteil, den Kupplungskörper, zu montieren. Damit konnte das nur manuell realisierbare Zusammensetzen der Gussform und die aufwendige Nachbearbeitung des Gussstückes eliminiert werden. Dagegen fanden die aufkommenden Möglichkeiten der Kommunikation mittels Mikroelektronik noch keinen Eingang in die Konstruktionen.

Das Potential der damaligen Entwicklung dürfte aber ohne Weiteres an den Stand der Technik anpassbar sein - das betrifft insbesonders die Informationsübertragung im Zugverband (bisher Elektrokupplung) als auch das automatische Entkuppeln auf Zugzusammenstellungsanlagen in Verbindung mit einem Fahrzeug/Fahrziel- Erkennungssystem.


Fertigung des Kupplungssystems 'Intermat' im damaligen 'Waggonbau Bautzen'

Ausgehend von der Tradition des Waggonbau Bautzen bei der Fertigung von 'Scharfenbergkupplungen' für Straßen-, U- und S-Bahnen wurde hier die Konstruktion und Fertigung von automatischen Kupplungen angesiedelt, wobei sich im Laufe der Entwicklung nachstehende Fachbereiche etablierten:

Entwicklung und Fertigung der Automatischen Kupplung auf Seiten der UIC

Auf Seiten der UIC war die Münchner Firma 'Knorr-Bremse-München' mit der Entwicklung und Fertigungskoordination des Kupplungssystems beauftragt.

Dem Autor dieser Seite stehen leider keine weitergehenden Informationen dazu zur Verfügung. Bisherige Versuche, diese zu erlangen, schlugen leider fehl.

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