Die Erholungseinrichtungen am Stausee Bautzen

Nach Fertigstellung des Stausees Mitte der siebziger Jahre wurde schrittweise eine große und moderne Freizeitanlage geschaffen.


Zunächst wurde ein einfacher Bauwagen aufgestellt, der den Wasserrettungsdienst und den Strandkorbverleih beherbergte.
Schnell standen dann auch die ersten Segelboote am Strand und alte und neue Segler freuten sich über das neue Revier. Der Stausee bot schon jetzt ideale Segelbedingungen: große Fläche, keine Untiefen, gute Windbedingungen. Die Wasserqualität entsprach natürlich nicht der eines klaren Bergsees, es bestand aber zunächst die Hoffnung, dass mit dem Absterben der verbliebenen Pflanzenreste auf dem Seegrund sich diese bessern würde.

Wie sich dann in den nächsten Jahren zeigt, war das zu optimistisch gedacht. Bald besiedelten Blaualgen nach kurzen Hitzeperioden den See, so dass oft vor dem Baden gewarnt werden musste. Selbst das Segeln war zeitweise wegen des ekligen Algenteppichs nicht mehr möglich. In späteren Jahren versuchte man durch eine sog. Biomanipulation dieses Problem mit natürlichen Mitteln zu lösen oder wenigstens zu entschärfen. Erstmals im Sommer 2004 konnte man wieder durchgehend im See baden, selbst bei Wassertemperaturen um 23 °C waren die teilweise noch vorhandenen Algen nicht mehr störend.
Wie nachstehende Bilder zeigten, entwickelte sich der Stausee bald zu einem gut ausgebautem Freizeitrevier für Bautzen und Umgebung.

Die Finnhütten boten für wenig Geld einfache aber praktische Aufenthaltsbedingungen. Zahlreiche Betriebe und Einrichtungen des Territoriums hatten am Stausee Bungalows 'mit allem Komfort' errichtet - teilweise mit mehreren Räumen. Aufgrund der Ausstattung mit Sanitär, Abwasser und Strom wären diese wahrscheinlich sogar für eine Ganzjahresnutzung zu ertüchtigen gewesen.

Am langen Oststrand stand zahlreiche Strandkörbe zur Anmietung zur Verfügung.

An warmen Wochenenden war die Liegewiese unterhalb der Standpromenade immer gut gefüllt - während der Woche hatten die Menschen in dieser Zeit noch ihre Arbeit, so dass es da ziemlich leer war!

Immer wieder wurden von den verschiedensten Leuten irgendwelche Ereignisse organisiert - hier die 'Neptuntaufe'.
Heute nicht mehr richtig vorstellbar - dabei brauchte es kein Geld!

Eine Tauchergruppe wirbt mit ihren Aktivitäten für das Mittun in ihrem Sportverein.

In der damaligen Zeit war das aus Holz gefertigte Piratenboot noch die beliebteste Zweimann-Segeljolle.

Jährlich gab es mehrere Segelregatten, für die Teilnehmer teilweise von weit her anreisten - äußerst erfolgreiche Stammteilnehmer kamen aus dem heutigen Tschechien.

Trompeten statt Sound aus der Konserve - damals beliebt, und wohl auch heute zunehmend mehr.
Das Bild gibt auch einen guten Eindruck von der damalige Resonanz, den diese Freizeiteinrichtung bei den Menschen hier hatte.

Jetzt konnte man auch am Kiosk für das leibliche Wohl sorgen - das Angebot hielt sich allerdings, verglichen mit heute, in Grenzen. Aber Getränke, zumindest die beliebte Bockwurst, Süßigkeiten und Eis war wohl immer im Angebot.

Der Campingplatz war praktisch immer ausgebucht. Da die Fahrzeuge auf dem Parkplatz geparkt wurden, war es auch immer angenehm ruhig und sauber.

Die leichte Hanglage des Campingplatzes hatte den Vorteil, dass praktisch von allen Plätzen aus eine gute Aussicht auf den See bestand - nachteilig war manchmal das Platzieren der Campingwagen, wenn die Reifen des Zugfahrzeuges rutschten!

Dauerregen verursachte einmal in den 70er Jahren einen so starken Spreezufluss, dass der Stausee über alle Maßen anstieg. Es musste der Notauslauf geöffnet werden, in dessen Folge es unterhalb des Stausees gelegenen Ortschaften zu erheblichen Hochwasserschäden kam.

Das erste Bild gibt eine Übersicht über einen Teil der ehemals vorhandenen Anlagen. Diese Anlagen waren nun keinesfalls verfallen, wie sonst vieles in der DDR, sondern waren schon zu DDR-Zeiten auf ziemlich hohem Niveau errichtet worden - nach der Wende wurden darüber hinaus viele Einrichtungen weiter verbessert und dem angeblichen 'Weststandard' angepasst.





Das war gestern! Ein voll entwickeltes Freizeitparadies

Das nachfolgende Bild zeigt etwa die gleiche Ansicht - diesmal nach vollständiger Entfernung aller Baulichkeiten.



Das ist heute! Die eine 'blühende Landschaft voller Unkraut und leeren geschleiften Flächen

Es ist wirklich unvorstellbar, wie aufgrund der Zusage eines 'Investors' - offenbar ohne eine Vertragliche Absicherung - eine solch komplette Freizeitlanlage entfernt werden konnte. So komplett entfernt, dass nicht einmal die Fundamente oder unterirdischen Leitungen verblieben.



Im 'reichen Deutschland' sind natürlich solche Vorhaben nicht finanzierbar - aber mit privarer Initiative und Risikobereitschaft sind erste neue Einrichtungen entstanden,

Ab Sommer 2008 neu: Ein komfortabeler Campingplatz am Burger Ufer
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