Zu der neuen Generation von Kernkraftwerken
Die neue Generation von Kernkraftwerken ist so ausgelegt, dass diese den reichlich vorhandenen Kernkraftrückstand benutzt und dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Der vorhandene und nicht einfach und sicher zu lagernde Kernkraftrückstand kann so kostengünstig zur Energiegewinnung genutzt werden und der dabei in weit geringerer Menge anfallende Restmüll hat eine überblickbare Halbwertszeit von unter 100 Jahren und ist weit strahlungsärmer. Dabei muss man wissen, dass die 'konventionellen' Kernkraftwerke den Energieinhalt der teueren Brennstäbe nur zu ca. 4% (!) nutzen.
Diese Technologie ist nicht sehr neu und wird in einem Krafwerk im russischen Beloyarsk schon seit 2016 genutzt. Hier ein Auszug aus dieser Veröffentlichung:
Seit dem 31. Oktober 2016 läuft Block 4 des russischen Kernkraftwerks Beloyarsk im kommerziellen Leistungsbetrieb. Es handelt sich um einen sogenannten Schnellen Reaktor vom Typ BN-800 mit einigen Eigenschaften, die ihn vom Gros der sonst üblichen Leichtwasserreaktoren abheben. Für das amerikanische Kraftwerkstechnik-Fachmagazins “POWER Magazine” waren diese Besonderheiten jüngst Grund genug, dieser Anlage die Auszeichnung “Top Plant” zu verleihen.
Ein wesentlicher Punkt, der zu dieser Entscheidung führte, ist die Fähigkeit des BN-800, nicht nur Uran, sondern auch Plutonium und die übrigen Transurane als Brennstoff zu nutzen. Diese hochradioaktiven und langlebigen Stoffe fallen beim Betrieb üblicher Kernreaktoren als Atommüll an und lassen sich dort nicht weiter verwerten. Allerdings enthalten diese Abfälle noch 96 Prozent der ursprünglich im Kernbrennstoff steckenden Energie, also fast alles. Schnelle Reaktoren wie der BN-800 sind in der Lage, diese Energie freizusetzen und Strom daraus zu gewinnen. Die bessere Brennstoffausnutzung führt zu viel weniger Reststoffen, die außerdem erheblich geringere Halbwertszeiten aufweisen und somit viel schneller abklingen.

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