Die Talsperre Bautzen



Ab Sommer 2008 neu: Ein komfortabeler Campingplatz am Burger Ufer

Die Talsperre wurde zwischen 1969 und 1975 errichtet. Mit der Wasserspeicherung sollte hauptsächlich der Kühlwasserbedarf des Kraftwerks Boxberg abgesichert werden.

In der ehemaligen Spreeniederung lagen die Dörfer Niemschütz und Malsitz, die vor der Flutung größtenteils eingeebnet wurden und dann in den Fluten versanken. Zahlreiche Einwohner wurden mit modernen Eigenheimen im Stadtteil Allendeviertel in Bautzen entschädigt(?) oder konnten solche kaufen(?). Hinsichtlich der finanziellen Seite der damaligen Umsiedlung gibt es unterschiedliche Darstellungen, daher die Fragezeichen.

Bis 1977 lief der sog. Probestau - anschließend wurde der Stausee auch für die Nutzung als Naherholungsgebiet freigegeben und bald tummelten sich auf dem See zahlreiche Segelboote.

Es war bemerkenswert, dass die damaligen Stadtväter das Erholungspotential erkannten und eine großzügige Anlage mit Versorgungsmöglichkeiten, Hygienegebäude, Campingplatz, Bungalowsiedlungen, Finnhütten u.v.a.m konzipierten, die dann schrittweise errichtet wurde.
Das Ganze ist ein Talsperrenkapitel für sich - hier sind zahlreiche Bilder und Informationen zu diesem Thema.

Die Veränderungen nach 1990 beginnen sich bezüglich der Wassergüte des Stausees langsam positiv auszuwirken. Früher wurden der Talsperre bis zu 40 Milligramm Phosphor je Quadratmeter zugeführt. Dieser Wert ist signifikant niedriger - als Zielstellung soll hier der Wert 0,3 Milligramm je Quadratmeter erzielt werden. Der Zufluss von ungeklärtem Abwasser über die Spree konnte durch den Bau von Kläranlagen stark gesenkt werden und auch die Landwirtschaft bringt nicht mehr die hohen Mengen an Phosphoreinträgen.

Parallel zu diesen Veränderungen wird durch eine sog. 'Biomanipulation' versucht, den Raubfischbestand bis auf 40 % zu erhöhen, um die den Bestand an Friedfischen niedrig zu halten, die für die Reduzierung der algenfressenden Kleinlebewesen verantwortlich sind.

Und hier noch einige Zahlen und Fakten zum Stausee:

Bauzeit: 1969 - 1975
Endgültige Inbetriebnahme: 1977
Nutzungsziele: Hochwasserschutz, Brauchwasserbevorratung für Fischwirtschaft und Tagebaurestlöcherflutung, Angelsport, Segelsports, ehemals für Kühlwasserabsicherung Kraftwerk Boxberg
Einzugsfläche: 310 km²
Höchstes Stauziel: 169,7 m üNN
Mittlerer Spreezufluss: 2,84 m³/s
Staufläche: 5,78 km²
Stauinhalt bei Vollstau: 48,43 Mill m²
Vorstaunutzung: Sedimentrückhaltung, Fischwirtschaft


Die Entwicklung der Bademöglichkeiten im Bereich Oehna

Im Jahre 2004:

Im Bereich Oehna war das Baden wohl erstmal wieder das ganze Jahr ohne Algenbelästigung möglich. Offenbar war die Biomanipulation sehr wirksam, denn wir hatten so viel Sonnenschein und warme Tage wie lange nicht und die Wassertemperaturen waren lange Zeit über angenehme 24 °. In der örtlichen Presse wurde zwar immer wieder über die 'explosionsartige' Algenvermehrung berichtet - nur hier bei uns war davon nichts zu spüren.


Das bisherige Jahr 2005:

Juni 2005 - Wie auch im vorigen Jahr war bisher trotz teilweise hoher Luft- und Wassertemperaturen das Baden im Bereich Oehna immer ein Vergnügen. An einem Tage waren am Ufer einmal kleinere Algeninseln (5 mm Durchmesser) zu sehen - das war aber auch alles.

Juli 2005 - Auch jetzt warnte die hiesige Presse wieder oft vor der Algengefahr und der angeblich 'explosionsartigen' Vermehrung.

28.08.05 - jetzt hat die Algenplage wieder ein Stadium erreicht, bei dem das Baden sicher keinen Spaß mehr macht.

Gegenüber dem Frühjahrshöchststand ist der Wasserspiegel um ca. 150 cm gefallen - das ist allerdings wenig im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

03.10.05 - Der Wasserspiegel hat nun offenbar seinen Tiefstand erreicht. Mit ca. 160 cm unter Frühjahrs-Höchstniveau ist der Wasserspiegel nicht sehr stark gesunken. Die Algenplage hat sich infolge von niedrigeren Temperaturen verringert. Jetzt noch besonders in den windbeaufschlagten Buchten. Jedenfalls kommen jeden Tag zahlreiche Angelfreunde.

Die Talsperre im Jahre 2006

Nach dem Tauwetter im Frühjahr war die Sperre im April vollständig gefüllt - lediglich ein Reststauraum für evtl. Hochwasser war noch übrig.

Bis zum Juli wurde der Wasserstand gut gehalten - aber dann forderte die anschließende lange Trockenperiode ihren Preis. Im Oktober war den ein Tiefststand ca. 3 m unter dem Höchststand im Frühjahr vorhanden.

Höchst bemerkenswert war es, dass sich trotz extrem starker Sonneneinstrahlung und hohen Wassertemperaturen - über Woche über 25 °C - keine bedeutenden Algenteppiche entwickeln konnten. Nur in einigen Buchten traten die gefürchteten Blaualgen auf - aber das schränkte die Nutzbarkeit des Sees für Baden oder Segeln nicht ein. Auch unter den Fachleuten war nicht klar, wie es zu diesem erfreulichem Phänomen gekommen ist. Einerseits wurde vermutet, dass die lange Eisbedeckung bis in den April hinein sich negativ auf die Algenentwicklung auswirkte, auch wurde der verringerte Spree-Zufluss mit dem geringerem Nährstoffeintrag als Ursache vermutet. Wir werden im nächsten Sommer sehen, ob das Jahr 2006 in dieser Hinsicht ein Ausnahmejahr war.

Die Talsperre im Jahre 2007

Die Saison startete mit etwas geringerem Wasserstand als die von 2006. Das in unserer Gegend recht regenarme Wetter im 1. Haljahr bewirkte ein Absinken des Pegels um mehr als 1 m - damit jedoch noch keine Auswirkungen auf den Wassersportbetrieb.

Mitte Juli zeigten sich tageweise an einigen ruhigen Stellen (z. B. Hafenbecken des Seesportclubs in Oehna) eine verstärkte Algenentwicklung. Diese verschwanden bisher jedoch schnell wieder bei Windeinwirkung, so dass bei angenehmen Wassertemperaturen das Baden ein wirkliches Vergnügen darstellt. (Stand 17.07.07)

An der Stranbpromenade entstand eine Minigolfanlage, andere bestehende Objekte sind die 'Ocean Beach Bar' (hätte ich besser mit 'East Beach Bar' bezeichnet), zwei kleine Einkehrmöglichkeiten und eine Surf- und Segelschule mit Ausleih von Surfbrettern, Segel- und Tretbooten. Auch ein Campingplatz am Zugang Burg wird eröffnet.

Neues zur Blaualge

Am 15.8.07 fand auf Intitiative von Matthias Riedel, Mitarbeiter Surfschule, eine Beratung im Landratsamt statt, in der es um Möglichkeiten zur Bekämpfung der Algeprobleme im Stausee ging. Es konnte festgestellt werden, dass es erprobte Verfahren zur Bekämpfung, insbesondere zur Reduzierung des für die Blaualgenentwicklung entscheidenten Phosphatanteil, gibt. In den Jahren 1997/98 konnte mit einer Phosphatfällanlage am Stausee nachgewießen werden, dass tatsächlich positive Veränderungen eingetreten waren. Und um eine Neuinstallation einer solchen Anlge als erste Maßnahme ging es im Wesentlichen.

Dies wurde von der ebenfalls vertretenen Talsperrenverwaltung jedoch abgelehnt. Als Gründe für die ablehnende Haltung wurde angegeben, dass damit nicht an der Wurzel des Übels - insbesondere an den Phosphateintrag durch die Landwirtschaft - angepackt würde. Man möchte erst einmal 'Grundlagenforschung' zum Thema Blaualge betrieben wissen - unbegreiflich eine solche Forderung, denn solche Forschungen füllen schon ganze Bücherregale. Es wurde sogar von Seiten des Landratsamtes angeboten, notwendige Fördergelder zu beschaffen, damit die Talsperrenverwaltung ihre 'Forschungen' betreiben kann. Dazu sieht aber diese Verwaltung auch keine Möglichkeit, das es 'personelle Probleme' gebe. Es entstand der Eindruck, dass die Talsperrenverwaltung die Lösung des Problems auf die lange Bank schieben möchte. Über die Gründe für diese ablehnende Haltung kann man nur spekulieren.

September 2008

Erstmals wird zugegeben, dass es erprobte Verfahren für die Blaualgenbekämpfung gibt, die auch anderorts funktionieren. Ob dieses Funktionieren nun aber auch für die Talsperre Bautzen gilt, wird jetzt im Praxisversuch geprüft - so richtig glaubt man den Ergebnissen anderenorts nicht. Es werden schon wieder Zweifel von Seiten der Talsperrenverwaltung hinsichtlich der Dauerhaftigkeit dieser Methoden geäußert. Es ist nur zu hoffen, dass die neuerlichen Ansätze nicht nur als 'Beruhigungspille' für das im nächsten Jahr benötigte Wahlvolk dienen!

Mai 2009

Erfreulich ist, dass die Verantwortlichen und Einflussreichen in der Zwischenzeit nicht untätig waren. In einer Veranstaltung 2009 wurden Möglichkeiten für eine dauerhafte Lösung vorgestellt - u.A. die Realisierung einer 'Bypassleitung' vom Vorstau direkt in die abfließende Spree, um damit einen großen Teil des Nährstoffzuflusses in die Sprerre zu verhindern.
Nun ist zu hoffen, dass für ein solches Vorhaben die notwendigen Mittel frei gemacht werden können - dürfte eigentlich kein Problem sein, wenn wir erfahren, wo jetzt überall Gelder in Milliardenhöhe hin fließen!

Aktuelles zu dieser Frage ist hier zu erfahren!

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