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Eine Dienstreise mit der Bahn nach Berlin

Irgendwann in den 70er Jahren fassten 'Partei und Regierung' den Beschluss, dass Dienstreisen, bis auf besondere Fälle (und Personen) nur noch mit der Bahn auszuführen sind. So war das damals - wenn etwas, in diesem Fall aus wirtschaftlichen Gründen, notwendig war, so konnte das durch solche Beschlüsse schnell umgesetzt werden. Parallel dazu wurde das in Partei- und Gewerkschaftsveranstaltungen begründet, so dass es auch keine großen Diskussionen gab.

Von Bautzen fuhr an jedem Werktag früh ein 'Schnellzug' ab Bautzen und am Abend wieder zurück. Dieser sog. 'Sorbenexpress' befuhr die Strecke Bautzen-Hoyerswerda-Senftenberg-Lübbenau und endete meist in Berlin Schöneweide.

Schon vor Bereitstellung des Zuges war der Bahnsteig in der Regel schon stark gefüllt, und nicht immer war ein Sitzplatz garantiert. Langweilig wurde die über 3-stündige Fahrt meist nicht, denn man traf immer viele Kollegen aus den unterschiedlichen Abteilung. So traf man fast immer unsere Kollegen Naumann und Bär aus der Materialversorgung.

In diesen Jahren gab es weder Fax noch E-Mail, so dass praktisch wegen jedes Federstriches in die Kombinatszentrale oder einen der Zulieferbetriebe (Faga-Fahrzeugausrüstungen, BBW-Berliner Bremsenwerk)gefahren werden musste. Hinzu kamen noch die zahlreichen Besprechungen auf unterschiedlichen Ebenen mit mehr oder weniger wichtigen Themen.

Der 'Schnellzug' fuhr aufgrund der schlechten Gleise teilweise sehr langsam, besonders von Bautzen aus in Richtung Knappenrode. Ob er auf der gesamten Strecke jemals 100 km/h gefahren ist, bezweifle ich.

Wenn dann nach über 3 Stunden schließlich Berlin Schönefeld, manchmal auch Berlin Karlshorst oder Schöneweide erreicht war, musste der Umstieg auf die S-Bahn erfolgen, die dann meist bis zum Endziel fuhr.

Nach der Besprechung, die in der Regel so endete, dass die Kollegen aus der 'Provinz' noch eine Kaufhalle erreichten, wurden noch schnelle einige Einkäufe von Sachen erledigt, die es eben außerhalb von Berlin kaum gab. Renner waren hierbei z. B.: Apfelsinen, 'Engerlinge'(gepuffte Erdnüsse) und gutes Bier.

Abends nach 18 Uhr wurde dann wieder Bautzen erreicht - ca. 7 Stunden Fahrzeit für durchschnittlich 2 Stunden Besprechung.

Wenn die ganze Sache auch nicht bequem war - wir hatten uns trotzdem recht schnell daran gewöhnt!

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