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Die 'Gesellschaft für deutsch- sowjetische Freundschaft'

Diese Organisation wurde 1947 gegründet. Es war zunächst ein mühsames Unterfangen, die Menschen zur begeisterten Mitarbeit zu bewegen. Von der Regierungspartei SED wurde ein zäher Kampf geführt, den Gedanken der Freundschaft zur Sowjetunion unter den Massen populär zu machen. Als Argumentation für diese Freundschaft wurden insbesondere die Befreiung von Hitlerfaschismus genannt, aber auch Lieferungen unterschiedlicher wichtiger Güter aus der Sowjetunion, wobei man davon ausgehen kann, dass diese wohl meist auch entsprechende Gegenlieferungen nach sich zogen, also kein 'Geschenk', wie oft propagandistische behauptet, waren.

Und dann die ständige Aufforderung, von der Sowjetunion lernen zu müssen, um zu siegen! Insbesondere ging es um die praktische Anwendung zahlreicher sowjetischer 'Neuerermethoden'.

Im Betrieb wurde 1950 der erste Vorstand der Gesellschaft gegründet. Zunächst wurden die Hauptaufgaben Werbung von Mitgliedern, Bilden von Agitationsgruppen und Organisation von Kursen für russische Sprache verfolgt.

Mittlerweile gehörte es 'zum guten Ton' zumindest formal Mitglied zu sein (wurde im Wettbewerb mit 'abgerechnet').

Eine gewisse praktische Bedeutung hatte die Gesellschaft im Waggonbau Bautzen durch die jahrelange Anwesenheit sowjetischer Ingenieure für die Entwicklung der Automatischen Kupplung, wobei es sicher auch ohne der Gesellschaft die gleiche Zusammenarbeit gegeben hätte.

Nach den ersten Auswirkungen der Gorbatschowschen 'Perestroika' Ende der 80er Jahre wurde es dann etwas ruhiger mit dem Drang alles von der Sowjetunion übernehmen zu wollen. Im Wesentlichen ging es wohl immer um die Zementierung des Machterhalts mit Hilfe der Sowjetunion, und nicht so sehr um die Freundschaft.

Die auch hier überwiegend während der Arbeitszeit durchgeführten Veranstaltungen, Sitzungen und Beratungen dürften nicht zur viel beschworenen Steigerung der Arbeitsproduktivität beigetragen haben. Um das abzustellen, gab es leider keine sowjetische Arbeitsmethode.

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