" content="de"> " content="de">

Die ständige Suche nach neuen 'Arbeitsmethoden'

Der Sozialismus hatte seit Lenins Zeiten ein großes Problem: Der Verzicht auf das kapitalistische geprägte Konkurrenzdenken neutralisierte das Streben nach Leistung sowohl zwischen Betrieben als auch im persönlichem Umgang derart drastisch, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit immer mehr hinter der des kapitalistischen Weltmarkts hinterher hinkte. Diese Tatsache ließ sich noch bis in die 70er Jahre einigermaßen vertuschen - als jedoch die Mikroelektronik Ende der 70er fortschrittbestimmend in immer mehr Industriezweigen wurde, erwies sich der Mangel an objektiv wirkenden Stimuli als immer größeres Handicap für die sozialistischen Produktionsweisen.

Den Vätern und Enkeln der neuen Gesellschaftsordnung war diese Tatsache wohl bewusst und so wurde mit zahllosen Methoden, Initiativen und Losungen versucht, den Menschen ideologisch so zu beeinflussen, dass Höchstleistungen auch ohne den kapitalistischen Zwang ermöglicht werden sollten.

So mussten etwa bei der Auswertung des 'sozialistischen Wettbewerbs' ganze Listen von Methoden und Bewegungen abgehakt werden, was ohne Mühe formal auch möglich war. Echte positive Veränderungen wurden in Einzelfällen sicher erreicht, meist blieb es jedoch bei der papiermäßigen Berichterstattung.

Beispielhaft sind hier einige dieser Methoden erwähnt:

Dass all diese Anstrengungen nicht zum Ziel führten, war zu einem hohem Anteil auch darin begründet, dass die organisatorischen Voraussetzungen für Mehrleistungen nicht geschaffen werden konnten. So wurde beispielsweise der Materialbedarf nahezu punktgenau geplant - wo sollten dann die Mehrleistungen herkommen? Ein Reisezugwagen mehr im Waggonbau Bautzen bedeuteten Zusatzzulieferungen von -zig Zulieferbetrieben, die ebenso planen mussten. Diese hatten ja auch wieder Zulieferer ...! Auch vorausschauend mehr zu planen war kaum möglich, denn die Materialzulieferungen waren von vorn herein begrenzend festgelegt.


Zurück